Katholische Kirchengemeinde St. Lambertus, Merzen


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Merzen wird erstmals in einer Urkunde aus dem Jahre 977 erwähnt, genaue Angaben über das Alter der Kirche fehlen allerdings. Die Lage an der alten Heerstraße von Osnabrück nach Fürstenau spricht für eine frühe Gründung. Auch der Namenspatron der Merzener Kirche, der heilige Bischof Lambertus, ist ein Anhaltspunkt für ein hohes Alter der Pfarrei. Lambertus starb um das Jahr 705 in der belgischen Stadt Lüttich den Martertod. Als Missionare aus Lüttich um 785 den christlichen Glauben im Osnabrücker Land verkündeten, brachten sie auch die Verehrung ihres Märtyrers mit. In besonderer Erinnerung blieb die Begebenheit aus dem Leben des heiligen Bischofs Adolf von Osnabrück (+ 1224): Bei seinen Reisen auf der Heerstraße machte er immer wieder in der Nähe von Merzen Halt und besuchte einen an Aussatz erkrankten Mann, bis dieser in seinen Armen starb. Bischof Adolf war es auch, der das weiträumige Bistum Osnabrück in sieben Bezirke einteilte. Eines dieser sogenannten Archidiakonate trug den Namen Merzen. Von der um 1200 erbauten romanischen Kirche steht noch der untere Teil des Turmes. Aus dem 13. Jahrhundert stammt auch das Taufbecken aus Bentheimer Sandstein, das von vier steinernen Löwen getragen wird. Von dieser alten romanischen Kirche handelt auch das Merzener Lied: "Du, unser liebes Merzen, bist alt wie Osnabrück, 1. Alte Kirche Aus dem Jahre 1495 stammt die älteste Glocke der Kirche: Als einzige Glocke hat sie die Schrecken des Dreißigjährigen Krieges und alle späteren Wirren überdauert. Zwei weitere Glocken wurden nach dem Zweiten Weltkrieg angeschafft. Bei der Aufteilung der Pfarreien des Fürstbistums Osnabrück, die 1650 im Gefolge des Westfälischen Friedens erfolgte, wurde Merzen vertraglich den katholischen Kirchspielen zugerechnet. Die hier ansässigen evangelisch-lutherischen Christen gehören seit 1815 zu den Pfarreien Ueffeln und Fürstenau. Im 19. Jahrhundert wanderte ein beachtlicher Teil der Einwohner des Kirchspiels nach Nordamerika aus. Viele siedelten sich bei Cincinnati/Ohio an, bewahrten aber noch lange Sprache und Brauchtum der Heimatgemeinde. Ende des 19. Jahrhunderts nahm die Bevölkerungszahl wieder zu, so dass die mittelalterliche Kirche zu klein wurde. Unter Pfarrer Rudolf Reins (1865-1901) begann der Osnabrücker Architekt Franz-Xaver Lütz im Jahre 1874 mit dem Neubau des neugotischen Kirchenschiffs an der Stelle der alten Kirche. Am 15.11.1876 feierte man die Kirchweihe. Im Jahre 1894 wurde die gemauerte Kirchturmspitze dem mittelalterlichen Turmbau aufgesetzt. Eine Statue des Kirchenpatrons Lambertus begrüßt seitdem über dem Haupteingang jeden Besucher, der durch den Turm die Kirche betritt. Das schmiedeeiderne Kreuz, das bis 1894 den Turm bekrönte, wurde im Jahr 2000 auf dem Kirchplatz aufgestellt zum Gedenken an die Toten, die tausend Jahre lang um die Kirche begraben wurden. Nach der Gründung der Tochtergemeinden, zu denen Voltlage und vielleicht auch Neuenkirchen gehören, zählen seit dem Mittelalter zur Pfarrgemeinde Merzen die Ortsteile Döllinghausen, Engelern, Lechtrup, Merzen, Ost- und Westeroden, Plaggenschale und Südmerzen. Die Kirchwege betragen bis zu 8 km. Gegenwärtig leben hier unter 4000 Einwohnern 2700 Katholiken, von denen 480 Gemeindemitglieder in Engelern und einem Teil von Döllinghausen die Kapellengemeinde St. Clemens Schlichthorst bilden. Chöre, Vereine und Verbände prägen das kirchliche Leben der Pfarrei. Die Kirchengemeinde St. Lambertus gehört zum Dekanat Vörden des Bistums Osnabrück.
Zur Zeit werden in der Pfarrgemeinde folgende Wochenendmessen gefeiert:
Die genaue Gottesdienstordnung steht im wöchentlich erscheinenden Nachrichtenblatt, dem PFARRBLICK. Er kann im Pfarrbüro angefordert werden.
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