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Aus nach den Sommerferien Die Tage des Nachtschwärmers sind im Nordkreis gezählt

Statt den Nachtschwärmer zu nutzen, rufen die Jugendlichen heute lieber ein Großraumtaxi. Foto: Björn Thienenkamp/Archiv

Altkreis Bersenbrück. Zum Fahrplanwechsel nach den Sommerferien wird das Angebot des Nachtbusses der VOS Nord eingestellt. 1999 war dieser unter dem Motto „Nachtschwärmer – sicher auf Tour“ mit großen Hoffnungen erstmals an den Start gegangen und war anfangs auch eine Erfolgsgeschichte.

Die Verkehrswacht Bersenbrücker Land hatte zusammen mit der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück Nord und den Jugendpflegern des Altkreises vor 19 Jahren angesichts der Disco-Unfälle die Initiative für das Nachtbusprojekt ergriffen.

Drei Busse auf vier Linien

Dank der finanziellen Unterstützung der Kommunen im Nordkreis, des Landkreises, der Kreissparkasse Bersenbrück und einiger Veranstalter aus dem Altkreis waren ab 1998 die samstagnächtlichen Linienbusse „Nachtschwärmer“ in der Region unterwegs – zuletzt drei Busse auf vier Linien bis weit in die Nacht hinein. Und das Angebot kam bei den Jugendlichen gut an. So wurden zum Beispiel im Jahr 2006 insgesamt 14397 Fahrkarten verkauft –doch schon damals gab es eine kräftige Unterdeckung, die von den Verkehrsunternehmen der VOS-Nord getragen wurde.

Nachfrage gesunken

Das Defizit ist in den vergangenen Jahren immer stärker angewachsen, die Fahrgastzahlen sind im Vergleich dazu dramatisch gesunken. So wurden im vergangenen Jahr nur noch 4175 Fahrkarten verkauft und auf der Einnahmeseite klaffte ein Loch von mehr als 37000 Euro. Ein Minus von 8,91 Euro pro Fahrkarte trotz der Zuschüsse von Kommunen und Werbepartnern. Und in den ersten Monaten des Jahres 2018 sank die Nachfrage nach Ticket des Nachtschwärmers noch einmal um 24 Prozent gegenüber dem Vorjahr.

Sicherheitsbedürfnis

„Die aktuell sehr massiv zurückgehende Nutzung ist einem geänderten Sicherheitsbedürfnis geschuldet“, so Karl Hülsmann senior, Sprecher der VOS Nord, zu dem Fahrgasteinbruch in jüngster Zeit. Abwärts gegangen sei es mit den Zahlen aber bereits früher, genauer gesagt mit verschärften Einlasskontrollen und der Überprüfung des Alters nach Mitternacht in Diskotheken und auf Festen und dem damit verbundenen Wegfall der unter 18 Jahre alten Jugendlichen als Nutzer des Busses.

 

Und die jungen Erwachsenen setzten in letzter Zeit verstärkt auf das Großraumtaxi für die Heimfahrt als Alternative zum Nachtschwärmer, weil die nicht nach starrem Fahrplan und zudem bis vor die Haustür fahren. Im Ergebnis führte das dazu, dass der Nachtschwärmer nur noch ein Drittel der Fahrgäste gegenüber früheren Jahren aufweist. Schließungen von Diskotheken und Verlagerungen von größeren Abendveranstaltungen trugen ebenfalls zum Fahrgastrückgang bei.

Geisterbusse

„Wir hatten 2018 Nächte, in denen kein Fahrgast mitgefahren ist“, gibt Hülsmann unumwunden zu, dass der Eindruck von Geisterbussen, den der eine oder andere Bürger hatte, durchaus entstanden sein könne. Busse, Fahrer und Sicherheitspersonal hätten aber weiter Kosten verursacht, so dass die Unterdeckung weiter vorangeschritten wäre, zumal die Zahl der Sponsoren auch geringer geworden sei.

Im Mai haben die Verkehrsunternehmen der VOS-Nord in Bersenbrück mit einer Bürgermeisterrunde über den ÖPNV im Nordkreis diskutiert. Dabei wurden wesentliche Änderungen im Taktverkehr vereinbart, insbesondere der Schnellbus 650 von Fürstenau nach Bersenbrück.

Geld für Schnellbus

Ein wesentlicher Punkt war bei diesem Treffen auch, wie Hülsmann bestätigte, die Zukunft des Nachtschwärmerbusses. Die Bürgermeister hätten sich geschlossen dafür ausgesprochen, dieses Angebot nicht weiter aufrecht zu erhalten, die frei werdenden finanziellen Ressourcen umzuschichten und in die Verbesserung des Schnellbusangebotes zu stecken.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1265439/die-tage-des-nachtschwaermers-sind-im-nordkreis-gezaehlt

 

 

12. Juni 2018, 09:08 Uhr