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Entwidmung der Kapelle - Der letzte Gottesdienst im Merzener Schwesternhaus

In der kleinen Kapelle, die dem heiligen Aloysius geweiht ist, feiert Pfarrer Detlef Perk einen Gottesdienst. Es ist der letzte in der 75-jährigen Geschichte des Schwesternkonvents. Foto: Christian Geers

Merzen. Mit einem Gottesdienst hat die Kirchengemeinde St. Lambertus Merzen an den 75. Jahrestag der Ankunft der ersten Ordensschwestern erinnert. Doch die Messfeier in der St.-Aloysius-Kapelle im Schwesternhaus ist eine besondere: Es ist die letzte, denn in wenigen Tagen werden Schwester M. Gerburg und Schwester M. Ortrud die Kommunität verlassen. Der Orden löst den Konvent auf.

Nicht in der Kirche, wie sonst am Donnerstagabend üblich, sondern wenige Schritte entfernt, in der Niederlassung des Ordens der Missionsschwestern vom heiligen Namen Mariens in Nette – auch kurz Missionsschwestern Mariens genannt – versammeln sich etwa 60 Gemeindemitglieder. Viel mehr, als die beiden Ordensfrauen erwartet hatten. Schwester Ortrud steht im Eingang und begrüßt jeden Gast per Handschlag, während Schwester Gerburg zur gleichen Zeit in einem Raum neben der Kapelle alles für den Gottesdienst vorbereitet.

Ein besonderer Moment

Es wird eng im ersten Stock des Schwesternhauses, in der winzigen Kapelle selbst gibt es nur wenige Sitzplätze. Viele Gläubige stehen im Flur oder im Treppenhaus. Es ist, das merken alle, ein besonderer Moment, denn auf den Tag genau vor 75 Jahren schlugen zwei Ordensschwestern ein neues Kapitel in Merzen auf, als ihr Orden sie mit der Gründung einer Niederlassung in der Gemeinde im damaligen Landkreis Bersenbrück betraute. Der ihnen den Auftrag gab, sich um die Menschen zu kümmern: um Junge und Alte, um Gesunde und Kranke, um jeden, der Hilfe benötigte. Die Jahre kamen und gingen, die Zeiten änderten sich, die Aufgabe aber blieb. Das alte Schwesternhaus direkt an der Hauptstraße mit den knarrenden Dielenboden steht schon lange nicht mehr, Anfang der 1980er-Jahre bezogen die Schwestern ein komfortables Wohnhaus an der Gartenstraße, ebenfalls im Schatten der St.-Lambertus-Kirche.

Schwestern ziehen um nach Twist

Pfarrer Detlef Perk erinnert an die Anfänge des Ordens und die Arbeit der Schwestern im Dienste der Menschen. Dieses Kapitel endet nun, im Februar entschied der Orden im Kloster Nette, die Kommunität in Merzen aufzuheben, weil der Nachwuchs fehlt und Schwester Gerburg und Schwester Ortrud, beide 79 Jahre alt, auch kräftemäßig an ihre Grenzen kommen. Anfang Juli werden beide nach Twist umziehen in ein Altenpflegeheim ihres Ordens und dort kleinere Aufgaben übernehmen.

Feierliche Prozession zur Kirche

Nach dem Ende des Gottesdienstes folgt dann der Akt, mit dem Pfarrer Perk die Kapelle im Schwesternhaus offiziell entwidmet: Er nimmt die geweihten Hostien aus dem Tabernakel im Schwesternhaus und trägt sie in die St.-Lambertus-Kirche. Die Gläubigen folgen ihm in einer Prozession.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1377639/der-letzte-gottesdienst-im-merzener-schwesternhaus#gallery&0&0&1377639

 

22. Juni 2018, 13:14 Uhr