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In Merzen wird wieder die japanische Flagge gehisst

Ob die Organisatoren des Austausches, Bernd Kunz (rechts) und Marvin Wilke, tatsächlich die japanische Nationalflagge – mit der symbolischen roten Sonne – hissen werden, steht noch nicht fest. Für alle Fälle besitzen sie aber ein Exemplar. Foto: Christian Geers

Am Mittwochabend, 2. August, bekommt die Gemeinde Merzen wieder Besuch aus dem Land der aufgehenden Sonne. Der Sportverein Blau-Weiß Merzen ist Gastgeber für 13 Jugendliche aus Japan. Sie leben eine Woche lang in Gastfamilien.

Zum 44. Mal gibt es den Deutsch-Japanischen Sportjugend-Simultanaustausch , und wieder gehört Merzen zu den Orten, die die jungen Sportler kennenlernen dürfen. 13 Jugendliche zwischen 16 und 20 Jahren der insgesamt 83-köpfigen Delegation aus Japan werden in der Gemeinde untergebracht. „So viele waren es noch nie“, freut sich Bernd Kunz, Vorstandsmitglied des Sportvereins Blau-Weiß Merzen. Etwas Stolz schwingt dabei schon mit, denn Merzens Gastfreundschaft scheint in Japan durchaus ein Begriff zu sein. Zumindest in der Region Kinki, aus der bereits mehrmals junge Sportler nach Deutschland kamen.

Eine Gemeinde zieht und macht mit

Kunz hat zusammen mit dem 19-jährigen Marvin Wilke in den vergangenen Wochen den Aufenthalt organisiert. Familien zu finden, die einen Jugendlichen aus Japan aufnehmen, „ist in Merzen eine leichte Aufgabe“, sagt Kunz. Viele Familien hätten sich sofort bereiterklärt. Das sehe in anderen Regionen Niedersachsens schon anders aus. Und die dortige Zurückhaltung ist auch der Grund dafür, dass Merzen regelmäßig Gastgeber des Deutsch-Japanischen Sportjugendsimultanaustausches ist. Diese Bereitschaft der Merzener zur Mitarbeit macht es Bernd Kunz und Marvin Wilke leicht, das Programm drumherum zu gestalten. „Die Merzener ziehen mit und zeigen ein großes Herz“, sagt Kunz und lobt die örtlichen Vereine und Verbände, die sich einbringen, um Gästen erlebnisreiche Tage zu bieten.

83 Teilnehmer gehören zur japanischen Delegation

83 Japaner sind bereits am Montagabend in Frankfurt am Main gelandet. Nach einer kurzen Einführung reisen sie am Mittwoch, 2. August, in kleineren Gruppen weiter in die Bundesländer. Die Merzener Delegation wird am Abend erwartet, die Gastfamilien richten eigens für sie einen Empfang mit einem gemeinsamen Abendessen im Pfarrheim aus. Chauffiert werden sie von Bernd Kunz und dem Alfhauser Yoshifumi Takahashi, einem Japaner, der seit mehr als 25 Jahren in Deutschland lebt. Sie holen die Gruppe mit Bussen aus Frankfurt ab.

Fibel für „sprachliche Notfälle“

Bis Dienstag, 8. August, sollen die Gäste aus Japan Land und Leute kennenlernen. „Das geht natürlich am besten in den Familien“, weiß Bernd Kunz. Die Sprache dürfte gewiss kein Problem sein. Englisch helfe oft weiter, das Übersetzungsprogramm auf dem Smartphone oder aber die Sprachfibel für „sprachliche Notfälle“, die jede Familie erhalten hat. Und ein Dolmetscher ist natürlich auch dabei.

Sportliches Programm, aber auch Ausflug nach Amsterdam

Die meiste Zeit verbringen die Japaner in Merzen. Da geht es sportlich zu, zum Beispiel beim Reiten auf dem Hof Dirkes in Südmerzen, beim Schießen im Merzener Schützenverein von 1889 oder bei den Traktoren- und Raritätenfreunden Merzen. Aber auch ein Stadtbummel in Osnabrück steht auf dem Programm, ein Besuch des Zirkus Fantasia in der IGS Fürstenau und ein Kochnachmittag mit Ronald Hülsmann. Und der Ausflug nach Amsterdam dürfte für die japanischen Gäste ziemlich einmalig sein, schmunzelt Bernd Kunz. „Für Japaner ist ein Besuch in einem Nachbarland nur auf dem Landweg ja nicht möglich.“ In den Niederlanden stößt auch das vierköpfige Leitungsteam dazu, dass die Gruppe bis zur Abreise in Merzen begleitet.

Zum Abschied gibt es eine Sayonara-Party

Am Montag, 7. August, steht nachmittags noch ein Empfang im Merzener Rathaus auf dem Programm, bevor am Abend eine Sayonara-Party gefeiert wird und am Tag darauf nach dem Frühstück die Abreise erfolgt. In Hildesheim beginnt für die Japaner der zweite Teil des Deutschland-Aufenthaltes.

Zur Sache

44. deutsch-japanischer Sportjugend-Simultanaustausch

Sport überwindet Grenzen, Sport verbindet Kulturen – das ist auch das Ziel des 44. deutsch-japanischen Sportjugend-Simultanaustausches. Seit mehr als 40 Jahren unterhält die Deutsche Sportjugend freundschaftliche Beziehungen mit der japanischen Sportjugend, den Japan Junior Sports Clubs Association (JJSA). Im Jahr 2006 besuchte erstmals eine Delegation die Gemeinde Merzen. Damals hatte Bernd Kunz kurzfristig einen Aufenthalt in Gastfamilien organisiert. 2007, 2012 und 2014 erhielten die Merzener erneut Besuch aus Fernost. Am 21. Juli machten sich 120 deutsche Teilnehmer auf den Weg nach Japan, wo sie zwei Wochen in unterschiedlichen Regionen leben werden. In Tokio findet dann die Abschiedsparty statt. Am vergangenen Montag erreichte die japanische Delegation des deutsch-japanischen- Sportjugend-Simultanaustausches Deutschland. Sie kommen nach Aufenthalten in den Bundesländern in Berlin zusammen, wo die Sayonara-Party stattfindet. Der Austausch der Begegnung steht unter dem Motto „Fair Play: Respekt im Sport und persönlichen Umfeld.“

Info im Internet:www.japan-simultanaustausch.de

 

Ein Artikel von Christian Geers / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/931058/in-merzen-wird-wieder-die-japanische-flagge-gehisst