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Schaulaufen der Traktoren beim Treckertreffen in Merzen

"Schlittenfahren“ vor prächtiger Oldtimerkulisse: Die Kinder hatten beim Treckertreffen in Merzen dabei großen Spaß. Foto: Georg Geers

  Merzen. Wer nur mit der Absicht, beim 5. Treckertreffen der Traktoren- und Raritätenfreunde Merzen alte Traktoren bewundern zu können, nach Lechtrup gekommen war, wurde sehr positiv überrascht. Viel mehr als betagte Dieselrösser bot die Veranstaltung, bei der überall der Arbeitsalltag der 1950er-Jahre auflebte. 250 Traktoren aus dem gesamten norddeutschen Raum nebst Ackergeräten und die Vorführungen hochinteressanter Handwerksberufe beeindruckten die Besucher.

Auf ihr zehnjähriges Bestehen können die Traktoren- und Raritätenfreunde Merzen in diesem Jahr zurückblicken. Viele Jahrzehnte älter hingegen sind die historischen Schätzchen, die das Team um den Vorsitzenden Josef Plog in den vergangenen Jahren zusammengetragen hat. Viele der mittlerweile 190 Mitglieder nennen mindestens einen Traktor ihr eigen. „Dieses Treffen, das wir im zweijährigen Rhythmus organisieren, findet weit über die Landkreisgrenzen hinaus Beachtung“, weiß Josef Plog und verweist auf die lange Anmeldeliste, „in der Szene ist unser Verein mittlerweile schon so etwas wie eine Institution.“

Schrauberschnack mit „Altöl und Frostschutz“

Bereits am Freitagnachmittag tuckerten und pufften auf dem Gelände der Traktorenfreunde an der B 218 bereits zahlreiche Dieseloldies. Bei „Altöl und Frostschutz“ war man beim Schrauberschnack allerdings noch mehr oder weniger unter sich. An die 150, teilweise fantasievoll ausgebaute Wohnwagen fanden sich nach und nach auf der Wiese neben dem Vereinsgelände, die die Organisatoren zum Campingplatz deklariert hatten, ein. Zu Hunderten strömten die Besucher am Samstag und Sonntag auf das Gelände. Mal sehen, wer beim Schaupflügen die geradeste Furche zieht.

Von Dieselgate keine Spur

Eicher, Mc Cormick, Cramer, Fendt, Güldner, Ford oder Porsche – alle renommierten Marken waren bei der Traktorenausfahrt am Sonntagmorgen mit von der Partie und zogen staunende Blicke der Passanten an den Straßen rund um Merzen auf sich. Auch wenn der Lärmpegel nicht unerheblich und die Abgasfahnen der Veteranen deutlich zu sehen und zu riechen waren – von Dieselgate keine Spur. Als versierter Moderator gab sich Hermann Welp, der auch in plattdeutscher Sprache mache Anekdote zum Besten gab. „Vandoage ist dat ein schönet Hobby, för fünftig Joahr wör dat Alldag“, so der Nortruper. Der Musikzug Merzen empfing den Traktorentross nach seiner Ausfahrt auf dem Festgelände musikalisch und leitete damit zum sonntäglichen Frühschoppen über.

Vorführungen im Schweiße des Angesichts

Aus dem Jahre 1938 stammte das älteste Fahrzeuge, ein Miag LD 20 von Christian Stermann aus Recke. Arno Winter aus dem ostfriesischen Südbrookmerland präsentierte als ältestes Aggregat der Veranstaltung einen amerikanischen Standmotor der Marke Waterloogoy. Für die weiteste Anreise wurde Georg Bunjes aus Norderhamm ausgezeichnet.

Im Vereinsgebäude glühte die Esse und im Schweiße ihres Angesichts demonstrierten Hobbyschmiede den Besuchern, wie stahlhartes Werkzeug produziert wird. Gleich nebenan roch es bei Karl-Heinz Brinkmann und Simon von den Benken nach Holz. Interessierte Augen verfolgten bei den Hobbyholzschuhmachern, wie aus kantigen Holzkloben hölzernes Schuhwerk entsteht.

Ein Artikel von Georg Geers / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/942912/schaulaufen-der-traktoren-beim-treckertreffen-in-merzen#gallery&64278&0&942912