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Diskussion ohne Denkverbote - Konzept gesucht für Sanierung der Merzener Schule

Das frühere Schulzentrum in Merzen: Das Bild zeigt die frühere Orientierungsstufe (im Vordergrund), die bis 2004 bestand. Im Hintergrund ist die zweigeschossige Grundschule zu sehen, die 1975 gebaut und Mitte der 1990er-Jahre aufgestockt wurde; links im Bild die beiden Sporthallen. Foto: Christian Geers/Archiv

Merzen. Die anstehende Sanierung der Grundschule Merzen ist eines der Themen, mit denen sich der Neuenkirchener Samtgemeinderat in den kommenden Monaten intensiv beschäftigen wird. Bis Ende 2018 will die Kommune entscheiden, welche Investitionen erforderlich sind.

Wenn die Ratsmitglieder am, Mittwochnachmittag einige Gebäude im Eigentum der Samtgemeinde Neuenkirchen eingehend besichtigen, dann dürfte der Aufenthalt in der Grundschule in Merzen vermutlich etwas länger dauern. Hier wollen sich die Mitglieder einen Überblick verschaffen, welche Bauarbeiten in den nächsten Jahren erforderlich sind. Einiges ist bereits bekannt: Blitz- und Brandschutz müssen ertüchtigt, das Dach, aber auch die Gebäudehülle energetisch saniert werden. „Wir wollen das Bestmögliche für den Schulstandort Merzen“, formuliert Hildegard Schwertmann-Nicolay das Ziel. So viel ist klar: Die Samtgemeindebürgermeisterin weist im Gespräch mit unserer Redaktion darauf hin, dass die Schulsanierung in Merzen und auch der Umbau des Neuenkirchener Rathauses in den kommenden Jahren die Kommune finanziell fordern werden. Im Fall der Grundschule wollen Rat und Verwaltung nach eingehender Diskussion und Abwägung aller Möglichkeiten die weitere Vorgehensweise festlegen. „Es ist unsere Pflicht, das verantwortungsvoll zu diskutieren“, so die Bürgermeisterin.

Grundschule stammt aus dem 1970er-Jahren

Die Situation: Das Gebäude der Grundschule Merzen stammt aus den 1970er-Jahren. Damals entstanden vier Klassenräume samt Verwaltungstrakt, Betriebs- und Nebenräume sowie Buswendeplatz und Schulsportplatz. Platzprobleme machten Mitte der 1990er-Jahre eine Aufstockung erforderlich. 177 Schüler besuchen zurzeit die Grundschule. Es gibt drei erste Klassen, die Jahrgänge zwei bis vier sind jeweils zweizügig. Inzwischen nutzt die Schule auch die Räume der früheren Orientierungsstufe Merzen, die bis Juli 2004 bestand und anschließend für einige Jahre Außenstelle der Haupt- und Realschule Neuenkirchen war. Während das Erdgeschoss der früheren O-Stufe für den Ganztagsbetrieb der Grundschule hergerichtet wurde – hier befindet sich neuerdings auch die Schulmensa – nutzen auch Vereine frühere Klassenzimmer im Obergeschoss: Der Musikzug Merzen hat hier einen Probenraum eingerichtet, der Heimatverein Merzen seine Heimatstube. Zum Gebäudekomplex O-Stufe, dessen Erdgeschoss aus den 1950er-Jahren stammt, gehört die Hausmeisterwohnung. Sie steht inzwischen leer, weil eine erneute Vermietung erst eine Sanierung erforderlich macht. Auch das Merzener Jugendhaus, in dem bis 2002 die Gemeindeverwaltung untergebracht war, ist Teil des Schulgebäudes.

2017 und 2018 kein Geld für Sanierung eingeplant

Der Stand der Dinge: Ein Blick in den Investitionsplan des Samtgemeindeetats offenbart, dass die Kommune 2017 kein Geld für eine grundlegende Sanierung eingestellt hat. Erst für 2019 taucht in der mittelfristigen Finanzplanung ein Betrag von 375.000 Euro auf. Das bedeute nicht, dass sämtliche Investitionen auf Eis gelegt seien, wie Schwertmann-Nicolay mit Hinweis auf den erfolgten Bau der Mensa klarstellt. Auch die Erneuerung des Spielplatzes werde finanziert. Im Klartext: Der Schulbetrieb wird trotz der anstehenden Diskussionen reibungslos weiterlaufen.

Die Samtgemeindebürgermeisterin ist überzeugt, dass eine Begutachtung der Schule durch Experten unverzichtbar ist. „Es wäre zu kurz gedacht, nur über eine energetische Gebäudesanierung zu reden“, sagt sie. Fakt sei, dass die Grundschule nicht mehr dem heutigen Standard entspreche. Zu klären sei, welche Ansprüche Pädagogik und auch Inklusion an eine Schule stellten. „Was braucht eine Schule? Wie lassen sich die Erfordernisse verwirklichen?“ Diese Antworten müsse ein Sanierungskonzept geben. Am Ende des Diskussions- und Abwägungsprozesses stehe dann die Frage, ob sich das Raumkonzept durch Umbau („Lohnt sich die Investition in die Gebäudesubstanz?“), durch Teilabriss und Teilneubau oder aber durch einen kompletten Neubau am Besten verwirklichen ließen. „Soweit sind wir aber noch lange nicht“, sagt die Bürgermeisterin. Sie plädiert aber ausdrücklich dafür, ergebnisoffen zu diskutieren und sich keine Denkverbote zu verordnen. Dazu gehöre auch, einen Neubau als teuerste Variante nicht von vorneherein auszuschließen und dessen Vor- und Nachteile abzuwägen. Dass eine „Nulllösung“ die Möglichkeit eröffnet, das Schulgelände zwischen Buswendeplatz und Sporthallen neu zu ordnen, sei nur ein Argument. „Viel wichtiger ist aber, dass der Schulstandort Merzen zukunftssicher gemacht und bedarfsgerecht ausgestattet wird, damit die Kinder hier beste Bildungschancen erhalten.“

So geht es weiter: Hildegard Schwertmann-Nicolay spricht sich dafür aus, sich die Zeit für eine ausführliche Beratung zu nehmen. Bis Ende 2018 könnten Rat und Verwaltung eine Entscheidung vorbereiten. „Klar ist, dass – ganz gleich, wie das Ergebnis ausfällt – eine Umsetzung nicht von heute auf morgen zu verwirklichen ist.“

Ein Artikel von Christian Geers / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/944127/konzept-gesucht-fuer-sanierung-der-merzener-schule#gallery&0&0&944127