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Günter Sponheuer stellt aus - Neuenkirchen hat Venedig in Sachen Kunst etwas voraus

Die beiden Promi-Porträts von Günter Sponheuer (links) durften bei der Biennale in Venedig nicht aufgehängt werden. Silvia und Franz-Josef Holtheide zeigen sie jetzt, zusammen mit weiteren Werken des Malers, in ihrer Gärtnerei. Foto: Ulrike Havermeyer

Neuenkirchen. Dass echte Kunstfreunde auch bei Gegenwind Rückgrat zeigen, beweisen jetzt Silvia und Franz-Josef Holtheide: Günter Sponheuer stellt in deren Gartencenter unter anderem sein zu unfreiwilliger Berühmtheit gelangtes Diptychon „Ein ungleiches Paar“ aus.

Was sich die Hotel-Leitung des Hilton Molino Stucky in Venedig nicht getraut hat zu präsentieren, zeigen Silvia und Franz-Josef Holtheide ab Sonntag in ihrem Blumenhaus an der Lindenstraße 44 in Neuenkirchen: Die Porträts von Angela Merkel und Donald Trump des Fürstenauer Malers Günter Sponheuer, deren Verbannung von der Kunst-Biennale Venedig Open 20 im September vergangenen Jahres für einen Skandal in der Kunstszene gesorgt hatte.

Provokation erzeugt Missbilligung

Rückblick: Auf der einen Seite die von provozierender Herausforderung gekennzeichnete Miene des amerikanischen Präsidenten, daneben die deutsche Kanzlerin, der ihre missbilligende Empörung deutlich ins Gesicht geschrieben steht. Was als deutscher Beitrag für die Kunst-Biennale Venedig Open 20 gedacht und bereits vor Ort war, durfte – nicht nur für den Künstler völlig überraschend – dann plötzlich doch nicht aufgehängt werden, sondern musste komplett von der Bildfläche der Biennale verschwinden.

Hotel-Leitung bekommt kalte Füße

Der Grund: Die Leitung des Hotels, in dessen Räumen die beiden markant in Szene gesetzten Promi-Porträts einem internationalen Publikum hätten präsentiert werden sollen, hatte kalte Füße bekommen. Man fürchtete, die amerikanischen Gäste des Hauses könnten sich durch die Darstellung ihres Präsidenten beleidigt fühlen, lautete die Begründung. Günter Sponheuer war schockiert. Nevia Pizzul-Capellon, die Präsidentin der Italienisch-deutschen Kulturgesellschaft, rügte, dass Venedig die Kultur und Kunst auf dem „Altar des Tourismus“ opfere.

„Für uns ist Kunst Kunst“

Auch bei den Kunstfreunden in Neuenkirchen sorgte die Weigerung aus Venedig für Entsetzen – und zugleich für einen festen Entschluss: „Für uns ist Kunst Kunst“, stellt Silvia Holtheide unmissverständlich klar und fügt selbstbewusst hinzu: „Wir sind nicht der Politik unterworfen, sondern neutral.“ Wenn die Gemälde von Günter Sponheuer nicht in Venedig gezeigt werden würden, dann eben bei ihnen in Neuenkirchen! Das Ehepaar Holtheide nahm Kontakt zum Künstler auf, der das Angebot für eine Ausstellung in der Gärtnerei sogleich freudig annahm. Erstmals nach dem Skandal in Venedig können Betrachter jetzt den beiden politischen Streithähnen wieder in ihre gemalten Augen schauen.

Eröffnung am Sonntag

Zur Eröffnung der Ausstellung am Sonntag, 15. April 2018, seien alle Kunstliebhaber herzlich willkommen, freuen sich Silvia und Franz-Josef Holtheide auf neugierige, interessierte und kritische Gäste. Um 11 Uhr  geht es los – und natürlich werde auch Günter Sponheuer anwesend sein, um mit dem Publikum ins Gespräch zu kommen und die Hintergründe zu erläutern, die zur Entstehung des Diptychons geführt haben. Außer seinen Ansichten von Merkel und Trump hat der Maler noch weitere 15 Bilder zwischen den Blumen platziert: Überwiegend jüngere, erst in den vergangenen Monaten entstandene Arbeiten – die Ergebnisse seiner jüngsten Venedig-Reise. Zu sehen sind die Werke im Blumenhaus Holtheide bis zum 27. Mai 2018.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1189864/neuenkirchen-hat-venedig-in-sachen-kunst-etwas-voraus

 

12. April 2018, 12:38 Uhr