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Manchen Arztbesuch ersparen - Modellprojekt Bildschirmpflege in Merzen gestartet

Im Büro der Pflegekäfte im Haus St. Franziskus in Merzen erläutert Brigitte Mathlage die vom Telemonitoringsystem übertragenen Daten. Berthold Eich, Antje Mutz und Michaela Schilling (von links) schauen ihr über die Schulter. Foto: Josef Pohl.

Merzen. Als Rosemarie Heinz im Merzener Haus Franziskus Besuch aus dem Sozialministerium bekommt, ist er plötzlich auch da, der so ungeliebte Vorführeffekt. Als die Seniorin für Besucherin Antje Mutz zeigen will, wie das Modellprojekt Bildschirmpflege funktioniert, streikt zuerst die Technik.

Kein Problem für die Vertreterin aus dem Sozialministerium, zuständig für die Stärkung der ambulanten Pflege im ländlichen Raum, denn schließlich handelt es sich um ein Modellprojekt und da muss noch nicht alles rundlaufen. Als Rosemarie Heinz den zweiten Versuch startet, füllt sich die Armmanschette des Blutdruckmessgerätes und überträgt die Werte per Bluetooth auf das zum Pflegepaket gehörende iPad, das dann auch laut die Werte verkündet und parallel dazu via Datenplattform in München an den behandelnden Arzt und den Pflegedienst übermittelt.

Grippewelle verhindert Start

Die Seniorin gehört zu den Patienten oder Kunden der Caritas Nordkreis Pflege, die seit zwei Wochen an dem Modellprojekt teilnehmen. Eigentlich war der Start des vom Land mit 48000 Euro geförderten Modellprojektes, wie Berthold Eich, Prokurist der Caritas Nord Pflege, dem Gast aus Hannover erklärt, schon früher geplant, aber dann hätte die Grippewelle einen Strich durch die Rechnung gemacht. Allgemeinmediziner Martin Jürgens, der ebenfalls im Merzener Gemeinschaftshaus seine Praxis hat und bei dem Antje Mutz sich in Sachen erste Erfahrungen informierte, habe einfach für das Modellprojekt die Zeit gefehlt.

Gesundheitszustand erfassen

Doch vor zwei Wochen sei der Startschuss erfolgt, wie Brigitte Mathlage, Einrichtungsleiterin im Haus St. Franziskus, mit Begeisterung erzählt. Nicht nur Patienten aus der ambulant betreuten Hausgenmeinschaft oder im Merzener Ortskern nähmen daran teil, sondern auch aus den Ortsteilen. Die Patienten des Pflegedienstes seien mit Geräten ausgestattet, die ihren Gesundheitszustand erfassen und über einen Bildschirm weitere Anleitungen geben, so zum Beispiel zur Medikamenteneinnahme oder der notwendigen Getränkeaufnahme. „Das gibt den Patienten Sicherheit“, meint Brigitte Mathlage, der eine oder andere Rettungsdiensteinsatz könne so entfallen.

Mit Rucksack unterwegs

Neben Blutdruckmessgerät und Waage gehört ein iPad zur Santiagio-Gesundheitsstation, die alle relevanten Werte erfasst und weiterleitet. Wichtig ist in allen Fällen aber eine funktionierende Internetverbindung vor Ort. Demnächst dürften sogar Pflegekräfte mit einem Care-Rucksack unterwegs sein, um bei Patienten die Werte festzuhalten. Die Werte werden dann auf dem Gerät gespeichert und wenn vor Ort ein Funkloch ist übermittelt, sobald das Fahrzeug des Pflegedienstes wieder in Bereiche kommt, wo wieder Empfang ist. So bestehe auch die Möglichkeit, den Landkreis auf den notwendigen Netzausbau hinzuweisen. Diese Care-Rücksäcke könnten um Glucometer, Pulsoximeter, Thermometer oder EKG erweitert werden – so mancher Arztbesuch entfiele, der Arzt sei dennoch über den Gesundheitszustand seines Patienten im Bilde.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1204757/modellprojekt-bildschirmpflege-in-merzen-gestartet#gallery&0&0&1204757

 

4. Mai 2018, 14:01 Uhr