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Richtfest am Gemeinschaftshaus in Merzen

Der Bau des Gemeinschaftshauses Merzen sei ein „bundesweit einmaliges Projekt“. Darauf hat Kreisrat Matthias Selle am Freitagabend beim Richtfest des 3,9 Millionen Euro teuren Gebäudes hingewiesen. Die Idee, Pflegeheim, betreutes Wohnen, Quartiersmanagement, Praxen für Arzt und Physiotherapie sowie Anlaufstelle für Senioren unter einem Dach zu vereinen, gebe es in Deutschland so noch nicht.

Selle nahm als Vertreter des Landkreises Osnabrück an der Feierstunde in der Merzener Dorfmitte teil – gemeinsam mit etwa 200 Gästen. Darunter waren alle am Bau beteiligten Handwerker und natürlich die Einwohner, die die Gemeinde zu diesem „bedeutenden Ereignis“ eingeladen hatte.

Schmissige Musik und dröhnende Böllerschüsse

„Das ist heute ein wichtiger Tag für Merzen“, sagte Bürgermeister Gregor Schröder. Dafür hatte er auch gleich den Musikzug Merzen aufmarschieren lassen und sogar die Böllergrenadiere engagiert, die sonst zur an Fronleichnam oder während des Schützenfestes schießen. Die einen sorgten für schmissige Musik, die anderen mit insgesamt zwölf Böllerschüssen für einen ziemlich nachhaltigen Eindruck. Der dritte Schuss, der mit Verzögerung auf die Trommelfelle drückte, mag nicht nur der Bürgermeister sinnbildlich verstanden haben. Der Weg zum ersten Spatenstich des Merzener Gemeinschaftshauses war weit, viele Hindernisse gerade am Anfang schienen oft ein Fortkommen unmöglich zu machen.

Nachbarn binden schmucke Richtkrone

Applaus und Anerkennung erhielten die Nachbarn, die zu diesem Anlass aus Tannengrün eine schmucke Richtkrone gebunden und sie mit papiernen Rosen in Regenbogenfarben verziert hatten. Oben auf dem Dachstuhl des Gemeinschaftshauses schließlich vollendeten Zimmerergeselle André Heuer und Zimmerer-Azubi Stefan Küthe von der Zimmerei Kruse in Ankum das Zeremoniell. Nach einigem Hin und Her, mit einem Schluck Hochprozentigem fürs Augenmaß und Anweisungen („Mehr nach Ueffeln, mehr nach Westerholte“) des Ratsvorsitzenden brachten sie den Richtkranz lotrecht an. „Der Bau möge die Gemeinde Merzen voranbringen“, wünschte Heuer nach dem Richtspruch.

Erste Idee entstand vor 20 Jahren

Bürgermeister Schröder lud die Anwesenden zum Richtschmaus. Doch bevor die Einwohner Schlange standen und den aus vier Geschossen bestehenden Rohbau in Augenschein nahmen, erinnerte er kurz an den Werdegang des Gemeinschaftshauses. Gut 20 Jahre ist es her, dass die Gemeinde im Zuge der Dorferneuerung erstmals über den Bau eines Altenheims nachgedacht hatte. Hier, am Dorfteich und neben „Pastorsholz“ sollte etwas „Soziales“ entstehen. Vor zehn Jahren schließlich entstand die konkrete Idee des Gemeinschaftshauses mit einem gut 55 Plätze zählenden Pflegeheim und betreutem Wohnen.

Erst Ablehnung, dann „Sinneswandel“

Diese Idee sei nicht jedoch überall auf Gegenliebe gestoßen, erinnerte sich Schröder. Zunächst auch nicht beim Landkreis Osnabrück, der aber nach einem „Sinneswandel“ und mit „neuer Regierung“ 2012 das Modellprojekt „Wohnen mit Zukunft“ in der Samtgemeinde Neuenkirchen auf den Weg gebracht und maßgeblich gefördert habe. Am neuen Konzept für das Gemeinschaftshaus Merzen habe auch die Bürgerschaft mitgearbeitet, auf dessen Größe und inhaltliche Ausgestaltung sich alle Beteiligten letztlich geeinigt hätten. Zusammen mit den Handwerkern werde seit dem ersten Spatenstich im Dezember 2015 „nun das Bauwerk des Jahrhunderts für Merzen geschaffen“, so der Bürgermeister.

Kreisrat: Ein bundesweit einmaliges Projekt

Kreisrat Matthias Selle stellte fest, „dass an diesem Projekt lange gearbeitet worden ist“. Die Bedeutung des Hauses, da war er sich sicher, werde erst zu erkennen sein, „wenn es in Betrieb gegangen ist“. Nach seiner Kenntnis sei das Gemeinschaftshaus „ein bundesweit einmaliges Projekt“.

Der Herzenswunsch des Bürgermeisters

Auch die Kirchengemeinde stehe zum Gemeinschaftshaus, sagte Pfarrer Stephan Höne. „Es kommt allen Bürgern zugute.“ Er sagte zu, dass sich die Kirchengemeinde auch künftig im Haus einbringen werde. „Endlich ist’s soweit“, freute sich Neuenkirchens Samtgemeindebürgermeisterin Hildegard Schwertmann-Nicolay. Sie dankte dem Merzener Bürgermeister, „der die Anliegen der Merzener zu seinem persönlichen Anliegen gemacht hat“. Schröder und der Gemeinderat hätten mit Erfolg für den Bau des Gemeinschaftshauses gekämpft. „Es war ihr Herzenswunsch, dass das Haus Realität wird.“ Martin Jürgens sah in dem Gemeinschaftshaus „eine große Chance für Merzen“. Und die liege in der räumlichen Nähe von Arztpraxis, physiotherapeutischer Praxis, Anlaufstelle für Senioren, Quartiersmanagement, ambulanter und stationärer Pflege.

Zur Sache

Das Gemeinschaftshaus Merzen

Im Gemeinschaftshaus Merzen betreibt die Caritas Nordkreis Pflege GmbH ein Pflegeheim (15 Plätze) sowie eine Tagespflege (12 Plätze). In einem Seitenflügel werden 12 betreute Wohnungen geschaffen, auch eine Arztpraxis sowie eine Praxis für Physiotherapie und Rehasport werden in dem Gebäude untergebracht. Räume beziehen auch das Caritas-Quartiersmanagement und die Anlaufstelle für „Kleinen Hilfen“. Platz gibt es daneben für einen Friseur und ein Café, das im zweiten Obergeschoss eingerichtet wird.


Ein Artikel von Christian Geers/ Bersenbrücker Kreisblatt
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/758599/richtfest-am-gemeinschaftshaus-in-merzen#gallery&0&0&758599

 

14. August 2016, 08:57 Uhr