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Merzener Stammtisch „Die Blauen Jungs“ 40 Jahre alt

Na, denn Prost: Der Stammtisch „Die Blauen Jungs“ in Merzen blickt auf sein 40-jähriges Bestehen zurück. Sonn- und feiertags treffen sich die Mitglieder im Gasthof Dückinghaus. Angefangen hat aber alles in Neuenkirchen.

Diese Geschichte beginnt 1976 in Neuenkirchen. In der Gaststätte Seelmeyer an der Lindenstraße, die heute „Bei Dine“ heißt, schlägt die Geburtsstunde für den späteren Stammtisch. Das Ende einer Landjugendfahrt wollen Merzener Jugendliche zünftig beenden und kehren dafür in die Kneipe ein. Die Idee gefällt den sieben Gründungsmitgliedern so gut, dass dem spontanen Treffen regelmäßige folgen. Zwei Jahre sehen sich Arnold Haarannen, Dieter Reuter, Josef Plog, Hubert Eggemann, Bernhard Hallermann, Clemens aus dem Moore und Karl-Heinz Brinkmann immer sonntags an der Theke in Neuenkirchen. Dann beschließen sie, den Gasthof Dückinghaus zu ihrem Stammlokal zu machen. Die sieben bleiben übrigens nicht lange alleine, in den folgenden Jahren kommen Paul Plog, Laurenz Kohne, Karl-Heinz Glins, Wilfried Pöttker, Norbert Seelmeyer und zuletzt – zum 30-jährigen Bestehen – Manfred Dirkes dazu.

Drei Stammtischbrüder sind „ausgewandert“

Klar, wer sich einmal in der Woche trifft, hat viel zu erzählen: über Gott, die Welt, das Neueste aus dem Dorf, über die Politik im Kleinen und im Großen und die eigenen Erlebnisse arbeitsreicher Tage. Themen gibt es genug, die an Theke und Tisch zu besprechen sind. Zumal drei der heute 13 Stammtischbrüder nicht mehr in Merzen wohnen, sondern immer aus Alfhausen, Neuenkirchen und Voltlage anreisen. „Die sind ausgewandert, kommen aber immer wieder gerne in ihre Heimat zurück“, scherzt Josef Plog. Sonntags ab 11 Uhr finden sich die „Blauen Jungs“ fahrplanmäßig im Gasthof Dückinghaus ein, „ab 12 Uhr versuchen wir, die Rechnung zu bekommen“, lächelt Karl-Heinz Brinkmann. Soll heißen: Spätestens um viertel nach zwölf, halb eins sind die Stammtischler schon wieder zu Hause.

Reisen durch Europa

Alle zwei Jahre zieht es die Merzener Mannen hinaus in die Welt. Andere Stammtische und Kegelklubs mögen es weinselig, die „Blauen Jungs“, die übrigens an einer blauen Mütze mit dem eingestickten Namen ihres Trägers zu erkennen sind, interessieren sich für die europäischen Hauptstädte. Vier bis fünf Tage sind sie unterwegs, um möglichst viel von Land und Leuten kennenzulernen. Die erste Fahrt liegt 28 Jahre zurück. London, Paris, Madrid, Oslo, Kopenhagen, Luxemburg – die vielen Erlebnisse und Eindrücke während dieser Studienreisen sind allen noch in lebhafter Erinnerung. „Natürlich auch der Regen in London oder der blutige Stierkampf in einer spanischen Arena“, merkt Clemens Aus dem Moore an. 2017 soll es übrigens nach Irland gehen, in die Hauptstadt Dublin. Die Vorbereitungen für die Städtetour beginnen meist ein halbes Jahr vorher. „Das organisieren wir alles selbst“, ergänzt Karl-Heinz Brinkmann. Je nach Entfernung steigen die Merzener in den Bus oder – wenn’s schneller gehen soll – ins Flugzeug.

Eine Kladde als „Strafbuch“

Über die Stammtischtreffen an Sonn- und Feiertagen führt der Klub übrigens genau Buch. „Strafbuch“ nennen die Stammtischler die Kladde, die im Gasthof Dückinghaus stets wohl verwahrt wird. Wer anwesend war oder fehlte, wird notiert – und darf entsprechend viel Kleingeld in die Kasse einzahlen. Das Geld wird für andere Termine im Jahreskalender ausgegeben: Dazu gehören eine Weihnachtsfeier und eine Vatertagstour „ohne Frauen“, zwischen Weihachten und Neujahr wird ein Doppelkopfturnier veranstaltet. Ihren 40. Geburtstag haben die „Blauen Jungs“ ganz gemütlich in einem Boot auf der Ems bei Lingen verbracht und dabei auch das Kernkraftwerk Emsland besichtigt.

Einst Wette gegen Gastwirt verloren

Und was wünscht sich der Stammtisch für das nächste Jahrzehnt? Klar, Gesundheit vor allem, und genau so viel Spaß wie in den vergangenen 40 Jahren. Und zum 50. könnte ja vielleicht die Wette von damals gelingen: Einst wettete Gastwirt Hermann Dückinghaus mit den „Blauen Jungs“, dass sie es nicht schafften, sich 24 Stunden ausschließlich in seiner Kneipe aufzuhalten und vor allem durchzuhalten. „Das entstand aus einer Flachserei heraus“, erinnert sich Clemens aus dem Moore. Sie hätten sich ordentlich Mühe gegeben damals, aber nach 18 Stunden Essen, Trinken, Kegeln, Kartenspiel und Gespräch hätten alle kapituliert. Und woher kommt nun der Name „Die Blauen Jungs“? So ganz genau, weiß das niemand mehr. Irgendwer schlug den Namen vor, „und der fand schließlich bei uns allen Gefallen“, sagt Dieter Reuter.

Artikel und Bild von Christian Geers / Bersenbrücker Kreisblatt
http://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/777818/merzener-stammtisch-die-blauen-jungs-40-jahre-alt

 

20. September 2016, 13:01 Uhr