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Gewaltfreie Kommunikation im Merzener Kindergarten

Wenn die Kinder in die Kindertagesstätte oder die Kinderkrippe gehen, dann ist es meist das erste Mal, dass sie die sichere und vertraute Umgebung ihres Zuhauses verlassen. Die Kinder müssen sich dann erst an andere Menschen und neue Regeln gewöhnen, das fällt ihnen nicht immer leicht.

Es ist der erste Schritt, mit anderen Kindern und den Erzieherinnen/Erziehern den Tag zu verbringen. Konflikte und Missverständnisse bleiben da nicht aus. Immer unter der Prämisse „Liebe deinen Nächsten wie dich selbst“ gilt es, sich in sein Gegenüber einzufühlen und auch sich selbst kennenzulernen.

Projekt „Giraffentraum“

Im Zuge des Qualitätsmanagements hat der Kindergarten St. Lambertus in Merzen nunmehr das Projekt „Gewaltfreie Kommunikation“ in Angriff genommen. Leiterin Renate Evers konnte dafür die Diakonin und Mediatorin Ute Elbers aus Vechtel gewinnen, die mit dem Projekt „Giraffentraum“ die Erzieherinnen mit diesem Projekt vertraut machte. Diese geben dann die gewonnenen Erkenntnisse an die Kinder weiter, begleitet von Spielen, Liedern und Bilderbüchern.

Das Projekt „Giraffentraum“ basiert auf dem für Erwachsene entwickelten Projekt vom Amerikaner Marshall B. Rosenberg und wurde für Kindergärten von Frank und Gundi Gaschler in vier Grundschritten für Kinder weiterentwickelt.

Babygiraffe in jeder Gruppe

In fünf Tagen wird dann dieses Projekt umgesetzt. Jede der sieben Gruppen des Kindergartens St. Lambertus findet eine Babygiraffe, und wie durch einen Fotoapparat wird beobachtet: Wie sieht sie aus? Was genau sehe ich da? Wie fühlt sich die kleine Giraffe an? Ist sie einsam, traurig, müde, ängstlich, neugierig oder auch gespannt. Was braucht die kleine Giraffe? Essen, Trinken, Schlaf, Bewegung, jedoch auch Zuwendung, Kuscheln, Nähe, Hilfe und Trost, denn sie hat ihre Mama verloren.

Was wünscht sie sich nun? Welche Bitte hat sie an die Kinder? Sie hat Sehnsucht nach ihrer Mutter und braucht Hilfe, um sie zu finden.

Steckbriefe ausgehängt

Da helfen die Kinder doch gerne, basteln erst einmal ein Nest für die kleine Giraffe, damit sie sich geborgen fühlt, und gründen auch gleich eine „Soko Mama Giraffe“. Da entwerfen sie „Steckbriefe“, um damit Mama Giraffe zu suchen. Diese Steckbriefe werden in den Merzener Geschäften ausgehängt, und auch mit Luftballons werden sie weiter verbreitet.

Infos im Elternbrief

Wenn dann Mama Giraffe von den Kindern gefunden wird oder selbst zum Kindergarten und zur kleinen Giraffe zurückkommen sollte, dann soll ein großes Wiedersehensfest gefeiert werden. Die Eltern der Kita-Kinder haben mit einem Elternbrief die entsprechenden Informationen über das Projekt bekommen, und am Ende soll dann auch noch ein Elternabend dazu stattfinden. Die gewaltfreie Kommunikation ist eine lebenslange Aufgabe, in der die Kinder lernen sollen, in der Zukunft gewaltfrei miteinander umzugehen.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/892778/gewaltfreie-kommunikation-im-merzener-kindergarten

 

10. Mai 2017, 09:26 Uhr