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Votum des Bildungsausschusses - Über Sanierung der Grundschule Merzen wird in Ruhe beraten

Das frühere Schulzentrum in Merzen: Das Bild zeigt die frühere Orientierungsstufe (im Vordergrund), die bis 2004 bestand. Im Hintergrund ist die zweigeschossige Grundschule zu sehen, die 1975 gebaut und Mitte der 1990er-Jahre aufgestockt wurde; links im Bild die beiden Sporthallen. Foto: Christian Geers/Archiv

Merzen/Neuenkirchen. Die Diskussion über den Umfang der erforderlichen Schulsanierung in Merzen wird mehr Zeit in Anspruch nehmen, als ursprünglich gedacht. Dass 2019 Bagger anrollen, ist höchst unwahrscheinlich. Der Bildungsausschuss der Samtgemeinde Neuenkirchen sieht darin allerdings kein Problem.

Voraussichtlich erst im kommenden Jahr wird die Samtgemeinde Neuenkirchen als Trägerin der Grundschule Merzen Klarheit darüber haben, in welchem Umfang eine Sanierung oder ein Neubau erforderlich werden. Das wurde in der jüngsten Sitzung des Ausschusses für Bildung, Familie und Soziales am Donnerstag deutlich.

Bestandsaufnahme des Gebäudes liegt vor

Darin gab Fachbereichsleiterin Ruth Klaus-Karwisch bekannt, dass „wir dem angedachten Zeitplan schon hinterherhängen“. Ein Grund sei, dass die in Auftrag gegebene Bestandsaufnahme für das Schulgebäudes erst kurz zuvor eingegangen war. Angesichts des verabredeten Verfahrens – im Sommer 2016 war der Diskussionsprozess angestoßen worden –, dass Bestandsanalyse und pädagogisches Konzept in die Machbarkeitsstudie einfließen sollten, sei nicht davon auszugehen, dass 2019 die Bagger anrollen. „Eine gute Planung sollte uns mehr Zeit wert sein“, sprach sie sich gegen ein „Hauruckverfahren“ aus. Die Ausschussmitglieder stimmten ihr zu.

Kollegium erarbeitet pädagogisches Konzept

Der Stand der Dinge: Merzens Grundschulleiterin Petra Bröker berichtete in der Sitzung, dass das Kollegium im Sommer in die Arbeit eingestiegen sei. Gemeinsam mit Fachleuten sei an einem pädagogischen Konzept gearbeitet worden, aus dem sich ein Raumkonzept ableite. Das Ergebnis der schulinternen Fortbildung, dessen wesentliche Aussagen sie vortrug, gab einen Überblick über die Aspekte, die die pädagogische Arbeit der Grundschule Merzen bestimmen.

„Keine Wunschschlösser gebaut“

„Lernen findet nicht mehr nur im Klassenraum statt, in dem eine Tafel hinter dem Pult hängt“, sagte sie. Der Klassenraum von heute sei in mehrere Lerninseln aufgeteilt, in dem es zeitgleich Raum für Gruppenarbeit geben müsse, bei der Schüler im Internet recherchierten, während die Förderschüler einen Platz für Stillarbeit benötigten. Eine moderne Schule müsse im Zuge der Inklusion den Unterstützungsbedarf bei Jungen und Mädchen gewährleisten. Das Kollegium, „das nicht mehr wie früher mittags die Schule verlässt und den Unterricht zu Hause im Arbeitszimmer nachbereitet“, halte sich den ganzen Tag in der Schule auf. Dort müsse es Rückzugsräume geben, auch für Eltern- und Fachgespräche. Auch dem Ganztagsangebot müsse eine Entwicklung zugestanden werden, „denn hier wird der Bedarf steigen“, sagte die Schulleiterin voraus. Alle wichtigen Punkte sind nach ihren Ausgaben in den Entwurf eines pädagogischen Konzeptes eingeflossen. „Wir haben keine Wunschschlösser gebaut, sondern realistisch geplant, nicht abgehoben.“ Dabei hätten alle Beteiligten stets im Blick gehabt, den Schulstandort Merzen attraktiv und zukunftssicher aufzustellen. „Schule ist doch längst ein Wohlfühlort für Kinder“, so Petra Bröker. Deshalb sei es wichtig, vor einer baulichen Entscheidung die Wünsche von Schülern und Eltern abzufragen. Sie appellierte an den Ausschuss, „sich für eine gründliche Planung lieber mehr Zeit zu nehmen und nichts zu überstürzen, gerade wenn Geld in die Hand genommen werden muss.“

 

Auch Bedarf der Jugendarbeit und der Vereine abfragen

Die Diskussion: „Wir sollten bei der Planung nichts übers Knie brechen“, erhielt die Rektorin Unterstützung von Heiko Brinkmann (CDU). Es sei absehbar, dass Sanierung oder Neubau der Schule eine große Investition für die Samtgemeinde bedeuteten. Daniel Schweer (SPD) sprach sich dafür aus, nicht nur den Raumbedarf der Grundschule zu ermitteln, sondern auch den des Jugendtreffs Merzen. Dieser befindet sich in einem Anbau. „Da könnten Synergieeffekte entstehen.“

Wessel: Schule im Dorf verankern

Daneben gebe es auch noch einige Vereine wie Heimatverein Merzen und Musikzug Merzen, die die Räume der früheren Orientierungsstufe nutzten. Auch deren Bedürfnisse müssten im Diskussionsprozess und in der Bedarfsanalyse Berücksichtigung finden, regte Christian Maaßmann an, der als Zuhörer an der Sitzung teilnahm. Das wiederum bekräftigte Heiko Brinkmann, und Mechthild Wessel (CDU) verwies als gelungenes Beispiel auf die Voltlager Grundschule, die auch Vereinen und Verbänden offen stehe. „Das ist auch gut so, sonst führt Schule ein Eigenleben.“ Wichtig sei, sie im Dorfleben fest zu verankern.

 

Quelle: Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/1588141/ueber-sanierung-der-grundschule-merzen-wird-in-ruhe-beraten#gallery&0&0&1588141

 

16. November 2018, 14:29 Uhr