Anmelden Registrieren Willkommen bei der Samtgemeinde Neuenkirchen...

Leere Teller auch am zweiten Tag in Merzener Mensa

Erst die Marke, dann das Essen: Routiniert geben Christine Voß (links) und Annegret Voß die Teller mit den Gerichten an 40 hungrige Schüler aus. Es gibt Käsespätzle und Königsberger Klopse. Foto: Christian Geers

Die Grundschule Merzen hat ihr offenes Ganztagsangebot gestartet. Pünktlich zum Schuljahresbeginn ist die Mensa fertig geworden. Sie ist das Herzstück der Ganztagsbetreuung.

Es ist Dienstagmittag, kurz nach halb eins. Noch herrscht in der Mensa der Grundschule Merzen die Ruhe vor dem Sturm. Ein bisschen riecht es noch nach frischer Farbe. Kein Wunder, denn die Umgestaltung des früheren Werkraums ist erst vor wenigen Tage fertig geworden. Doch von Baustelle ist nichts mehr zu erkennen: Die Maler haben den Raum mit zwei Streifen in unterschiedliche Grüntönen und einem kräftigen violetten Streifen aufgepeppt. Auch die Küche ist eingebaut worden. „Nur Tische und Stühle fehlen noch“, sagt Ruth Klaus-Karwisch, in der Samtgemeinde Neuenkirchen zuständig für die Schulen. Die werden in Kürze nachgeliefert. Solange muss halt das alte Mobiliar genutzt werden.

Handwerker machten pünktlichen Einzug möglich

„Die Handwerker haben gute Arbeit geleistet, das hat prima geklappt“, sagt Schulleiterin Petra Bröker. Für sie und ihre Kolleginnen ist dieser Start ins Schuljahr ein besonderer: An vier Tagen in der Woche bietet die Grundschule Merzen nun ein offenes Ganztagsangebot an. Der beginnt montags bis donnerstags um 12.45 Uhr mit einer Mittagspause, ab 13.30 Uhr folgt eine Lernzeit, in der Lehrer und pädagogische Mitarbeiter eine Betreuung sicherstellen. Zwischen 14.15 und 15 Uhr gibt es außerunterrichtliche Angebote: Spiele-AG, Kreativwerkstatt, Sportangebot, Plattdeutsch-AG und Caydo, eine Bewegung zwischen Yoga und Tanzsport.

Zwei Schlangen vor der Ausgabetheke

Um viertel vor eins wird es lauter auf dem Flur vor der Mensa. Die ersten der etwa 40 Kinder kommen in Begleitung ihrer Lehrer. Pia Gerbus empfängt sie an der Tür. Die Auszubildende der Samtgemeinde Neuenkirchen schaut auf der Liste nach, welches Menü jedes Kind bekommt. Die Wahl müssen die Eltern immer bis zum Freitag der Vorwoche verbindlich treffen. Pia Gerbus drückt den Kindern kleine Karten in die Hand: Hinter der roten verbirgt sich Menü 1 – Königsberger Klopse mit Reis und Roter Beete – hinter der grauen Menü 2 – Käsespätzle und Salat. Vor dem Ausgabetresen bildeten sich zwei Schlangen. Keiner drängelt oder nörgelt, es läuft reibungslos. „Obwohl heute erst der zweite Tag ist“, so Bröker. Auch in der Ausgabeküche sitzen die Handgriffe: Annegret Voß und Christine Voß richten die Teller her. Die Gerichte hat die Fleischerei Bergmann aus Neuenkirchen angeliefert. Zuvor hatten die beiden Mitarbeiterinnen die Tische liebevoll eingedeckt: Besteck und Serviette liegen an jedem Platz, es stehen Gläser und Glaskrüge mit Wasser bereit. „Die Kinder sollen hier beim Essen ein richtiges Gemeinschaftsgefühl erleben“, sagt Klaus-Karwisch. Die Mittagspause sei auch als Ruhezeit gedacht, „das soll kein eng getakteter Ablauf sein“.

Die Qual der Wahl beim Nachtisch

Nach einer guten halben Stunde sind die annähernd 40 Kinder satt, einige haben sich einen Nachschlag geholt, andere lieber den Joghurt als Nachtisch gegossen. Da hatte übrigens mancher Schüler die Qual der Wahl – bei vier verschiedenen Geschmacksrichtungen. In Gruppen verlassen die Jungen und Mädchen die Mensa, nachdem sie Teller, Besteck und Gläser in den Container geräumt haben. Hildegard Schwertmann-Nicolay, die mit den Mitarbeitern aus Schul- und Bauamt ausnahmsweise zuschaut, freut sich. „Die haben alle gut gegessen. Das Essen hat allen offensichtlich geschmeckt“, stellt die Samtgemeindebürgermeisterin fest.

41 Kinder für offenes Ganztagsangebot angemeldet

41 Kinder nutzen seit 1. August das offene Ganztagsangebot der Grundschule Merzen. Die Verwaltungschefin geht davon aus, dass die Nachfrage nach Ganztagsangeboten – nicht nur in Merzen – weiter steigen wird. „Irgendwann ist das für Eltern selbstverständlich, dass ihre Kinder von der Krippe bis zur weiterführenden Schule betreut werden.“ Am Mittwochmittag gibt es übrigens Bratwurstschnecke mit Kartoffelpüree und Gemüse oder Rinderbraten mit brauner Soße, Kartoffeln und Salat – auch lecker.

Zur Sache

Ganztagsschulen als „ganzheitliches Bildungsangebot“

Als Ganztagsschule gilt laut Niedersächsischem Schulgesetz, wenn es an mindestens drei Tagen ganztägig ein „ganzheitliches Bildungsangebot“ gibt, das den Schulunterricht um außerunterrichtliche Angebote ergänzt. Beides soll den Vorgaben zufolge acht Zeitstunden pro Tag nicht überschreiten. Schulen und Schulträger entscheiden, welche Form vor Ort gewählt wird. In der offenen Ganztagsschule finden die Angebote grundsätzlich nach dem Unterricht statt. Die Teilnahme ist freiwillig, es gibt eine verpflichtende Anmeldung. An der teilgebundenen Ganztagsschule ist an zwei Tagen der ganztägige Besuch verpflichtend. An diesen Tagen wechseln sich Unterricht und Angebote ab. An der vollgebundenen Ganztagsschule sind dagegen alle Schüler an mehr als drei Tagen zum Besuch verpflichtet. cg

 

Ein Artikel von Christian Geers / Bersenbrücker Kreisblatt
https://www.noz.de/lokales/samtgemeinde-neuenkirchen/artikel/934184/leere-teller-auch-am-zweiten-tag-in-merzener-mensa#gallery&0&0&934184