Anmelden Registrieren Willkommen bei der Samtgemeinde Neuenkirchen...

Letzter Fassbieranstich für Pfarrer Höne in Merzen -

Gemeinsamer Fassanstich durch Gemeinde, Kirche und Werbegemeinschaft mit (von links) dem stellvertretenden Bürgermeister Georg Weglage, Bürgermeister Gregor Schröder, Pfarrer Stephan Höne und Ralf Voss von der Werbegemeinschaft Merzen. Foto: Martin Heimbrock

Merzen. Traditionsgemäß beginnt die Merzener Kirmes mit dem Kirmeslauf am Samstagnachmittag. Offiziell fängt die Merzener Kirmes allerdings erst nach der Siegerehrung des Dorflaufs an, wenn das obligatorische Fass Bier nach der Samstagabendmesse angestochen wird.

Und dieser offizielle Beginn der Kirmes auf dem Parkplatz des ehemaligen Verbrauchermarkts an der Westerholter Straße hatte diesjährig auch schon etwas mit Abschied zu tun. „Zum letzten Mal mache ich das hier“, so die Worte von Pfarrer Stephan Höne, als er den Hammer in die Hand nahm, um nebst Vertreter der Gemeinde sowie der Merzener Werbegemeinschaft den goldfarbenen Zapfhahn in das hölzerne Bierfass zu schlagen. Zu Beginn nächsten Jahres wird der Geistliche schweren Herzens die Gemeinde Merzen verlassen, um in der Kirchengemeinde St. Johannes in Johannes in Glandorf eine neue Tätigkeit als Seelsorger aufzunehmen.

Die Geldbörse gezückt

Doch vor dem Anstich des ersten Kirmesfasses zückte Stephan Höne zunächst seine Geldbörse aus der Gesäßtasche. Der Grund war der Kirmeslauf, der unter dem Motto „Laufend Gutes tun“ stand. Alle Einnahmen dieser Veranstaltung sollten der Deutschen Kinderkrebsstiftung zukommen, und da ließ es sich der Gemeindepfarrer nicht nehmen, ebenfalls einen ordentlichen Geldbetrag für die Spendenaktion beizusteuern. Mehr als eineinhalb Jahrzehnte war Höne Pfarrer in Merzen und somit stets an der Eröffnung der Kirmes, die ursprünglich Kirchweihfest war, beteiligt.

Shuttleservice per Rikscha

Der Samstagabend auf dem offiziellen Dorfplatz gegenüber der Kirche klang gemütlich mit musikalischen Klängen des Voltlager Quartetts aus. Erstmalig gab es zudem einen fröhlichen Abend mit Kerzenschein beim neuen Biomarkt, der seit Beginn dieses Jahres in der alten Backstube der Bäckerei Brinkmann betrieben wird. Hier genossen die Besucher bei Biobier, Leberwurstbrot und gutem Wein „Peters Livemusik“. Ebenso neu und interessant war der Shuttleservice zur Pizzeria Lopergolo per Rikscha.

Neben Altbewährtem wie Autoskooter, Raupenbahn, Kinderkarussell sowie allerlei Leckereien für die Großen und die Kleinen war diesjährig am Sonntagnachmittag erstmals ein Kirmeskaffee vom Förderverein der Grundschule dabei. Zudem konnten die Besucher mit einer an einem Hebekran befestigten Fahrkabine für ein paar Euro einen guten Rundblick über ihr Dorf erleben. „Die Gondel fährt sogar höher als der Kirchturm“, berichtete Bürgermeister Gregor Schröder stolz, nachdem auch er sich sein Panorama über die Gemeinde mit dem Fotoapparat festhielt.

Höher als der Kirchturm

Während der Merzener Kirchturm eine Höhe von knapp unter 50 Metern aufweist, stieg die per Kran gehobene Gondel auf eine Gesamthöhe von insgesamt 55 Metern. Nur gestört von einigen Fensterholmen und einer dünnen Kunststoffscheibe, konnten die Mitfahrer das Treiben auf dem Kirmesplatz beobachten sowie auch in die weite Ferne des Osnabrücker Nordlands blicken.

Während die junge Kranfahrerin Marion Seyfried von der Firma Krandienst Hüffermann aus Wildeshausen laut eigenen Angaben nur ungern per Gondel nach oben fährt, war ihr Kollege Tim Rathje an dem Kirmessonntag bei jedem Aufstieg selbst dabei. „Die Sicherheitsvorkehrungen sind einfach sehr hoch, man weiß ja nie, was die Mitfahrer hier oben alleine machen würden“, berichtete Rathje.

Ein Artikel von Martin Heimbrock / Bersenbrücker Kreisblatt